Friedensreich Hundertwasser – Maler, Architekt und Ökologe:

„Meine Bilder sind die Ernte meiner Träume“

Die Linien von Hamburg
ARCH 7/439 Spirale
- Die Linie von Hamburg, 1959,
© KunstHausWien

Geboren wurde Hundertwasser am 15. Dezember 1928 als Friedrich Stowasser in Wien. Das Studium an der Wiener Akademie der Bildenden Künste brach er nach drei Monaten ab und begann ausgedehnte Reisen. Er entwickelte einen eigenen Stil und nannte sich ab 1949 Hundertwasser. 1953 malte er seine erste Spirale. 1958 verlas Hundertwasser anlässlich eines Kongresses im Kloster Seckau das „Verschimmelungsmanifest gegen den Rationalismus in der Architektur“.

Die Linien von Hamburg
ARCH 7/439 Spirale
- Die Linie von Hamburg, 1959,
© KunstHausWien
Als Gastdozent an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg zog er 1959 mit Bazon Brock und dem Dichter Schuldt die „Endlose Linie“ über die Wände seiner Klasse. Die Linienziehung, die als didaktischer Exkurs für seine Schüler gedacht war, geriet zu einem Skandal. Da der Direktor die Fortsetzung der Aktion untersagte, legte Hundertwasser seine Dozentur nieder. In München sorgte Hundertwasser 1967 für Aufsehen – mit der „Nacktrede für das Anrecht auf die Dritte Haut“. Im folgenden Jahr verlas er in Wien das Architektur-Boykott-Manifest "Los von Loos", in dem er ein Gesetz für individuelle Bauveränderungen forderte.

1972 begann der Umbau des alten Holzschiffs "San Giuseppe T" zur "Regentag". Peter Schamoni drehte den Dokumentarfilm "Hundertwassers Regentag". Im gleichen Jahr veröffentlichte Hundertwasser das Manifest "Dein Fensterrecht - Deine Baumpflicht" und schuf erste Architekturmodelle, in denen er die Möglichkeiten der Dachbewaldung aufzeigte, gemäß seinem Anliegen, der Natur Territorien zurückzugeben, die ihr durch den Bau weggenommen wurden.

Seit 1974 engagierte sich Hundertwasser für den Umweltschutz, vor allem mit Plakat-Kampagnen. Seine bekanntesten Plakate sind „Plant Trees - Avert Nucelar Peril“ für die Anti-Atom-Bewegung von Ralph Nader (1980), „Arche Noah 2000“ (1980), „Save the Whales“ und „Save the Seas“ für Greenpeace und die Jacques Cousteau-Stiftung (1981), „Rainforest“ für ECOROPA (1990). In Vorträgen auf der ganzen Welt trat er für den Naturschutz ein, gegen die Kernenergie und für eine natur- und menschengerechtere Architektur.

1983 wurde der Grundstein des "Hundertwasser-Hauses" in Wien gelegt, das am 17. Februar 1986 den Mietern übergeben werden konnte. 70.000 Besucher kamen zum "Tag der offenen Tür"!

Hundertwassers realisierte Architekturprojekte haben internationale Aufmerksamkeit hervorgerufen und eine Architekturdiskussion in Gang gesetzt, so z. B. das Wohnhaus der Gemeinde Wien, die Umgestaltung der St. Barbara Kirche in Bärnbach, Steiermark, das KunstHausWien, die Umgestaltung des Fernwärmewerkes Spittelau in Wien und andere mehr. In den neunziger Jahren entstanden unter anderem das Thermendorf Rogner-Bad Blumau, Steiermark, die Wald-Spirale von Darmstadt und der Umweltbahnhof in Uelzen sowie Architekturprojekte in Osaka, Japan.

Hundertwasser hat auch viele Objekte geschaffen, die seinem Streben nach dem Schönen, nach Vielfalt in allen Lebensbereichen, Ausdruck verleihen sollten. Er entwarf Buchgestaltungen wie die Brockhaus-Enzyklopädie, die Bibel oder sein Werkverzeichnis, den Catalogue Raisonné, Porzellan-Objekte, Briefmarken, Fahnen und Münzen u. v.a.m.

Hundertwasser starb am 19. Februar 2000 an Bord der Queen Elizabeth II im Pazifischen Ozean. Beigesetzt wurde der Künstler auf seinem Land in Neuseeland, im „Garten der glücklichen Toten“.

Ausstellungsort:
HOMMAGE Galerie & Museum
Friedensreich-Hundertwasser-Platz 2
29525 Uelzen
Telefon 0581-9487435