Ausstellung in Uelzen
"Hundertwasser in Hamburg - Die Endlose Linie"

9. Juni bis 30. Oktober 2005

Hundertwasser, 691, Irinaland über dem Balkan, KunstHausWien
Hundertwasser, 691 A, Irinaland über dem Balkan,
© KunstHausWien
Die Ausstellung widmet sich den unterschiedlichen Aspekten des Lebens und Wirkens von Friedensreich Hundertwasser. Neben Faksimiles präsentiert die Ausstellung Dienstag bis Sonntag zwischen 9 und 17 Uhr Objekte aus Hundertwassers angewandter Kunst, die der breiten Öffentlichkeit bislang noch weitgehend unbekannt sein dürften.

Die wenigsten wissen auch von den künstlerischen Spuren, die der österreichische Künstler, Architekt und Ökologe Friedensreich Hundertwasser in Hamburg hinterließ. Es gibt jedoch eine Vielzahl von Berührungspunkten zwischen Hundertwasser und der Freien und Hansestadt Hamburg, so entwarf der Wiener im Jahr 1992 einen Vorschlag zur Umgestaltung des Bunkers auf dem Heiligengeistfeld.

Im selben Jahr kam Hundertwasser nach Hamburg zur Vollendung des nach seinen Entwürfen gestalteten „rollenden Kunstwerks“ in Form eines Reisebusses (Werkverzeichnis Nr. APA 53). Hundertwassers Entwurf für den Bunker sowie Fotos von der Vollendung des Reisebusses sind in der Ausstellung zu sehen.

Die Idee der „Endlosen Linie“

In Hamburg entstand auch Hundertwassers Idee der „Endlosen Linie“, die der Ausstellung ihren Titel gab. „Die Endlose Linie“ kreierte Hundertwasser 1959, als er Gastdozent an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg war. In seinem Klassenraum ließ er seine Studenten eine insgesamt zehn Kilometer lange, „weltumspannende“ gewundene Linie ohne Anfang und Ende über die Wände, über Fenster, Heizungen und Türen hinweg ziehen. Hundertwasser damals über das Projekt: „Tagsüber ziehen sieben meiner Schüler die Linie weiter, und nachts mit mir zusammen einige Getreue“.

Mehrere Kunstschüler sahen zu, und vor der Tür drängten sich die Gäste, die von ihm eingeladen worden waren, dem Experiment zuzusehen oder sich sogar daran zu beteiligen. Plakate hatten sie auf die Aktion aufmerksam gemacht. Presse, Rundfunk und Fernsehen waren aufgefordert, bei Beginn der „Endlosen Linie“ dabei zu sein.

Ein aufgeregter Verwaltungsbeamter der Hochschule hinderte die Gäste am Betreten des Zimmers 213. „Am besten wäre es, wenn die Linie wie eine Schlingpflanze die ganze Akademie umschlösse. Aber die Leute sehen ja nicht den Ernst der Sache. Sie verstehen nicht, wie wichtig dabei ist, dass viele Menschen an der Linie mitziehen, die ja eine große Konzentrationsübung sein soll“, äußerte sich der Maler.

„Die Endlose Linie“ ereignete sich in Abwesenheit von Professor Oppen, dem damaligen Direktor der Hochschule. Erst durch die Presse erfuhr die Direktion von diesem „Unsinn“ und untersagte sofort das Weiterziehen der Linie. Die Polizei musste einschreiten, der Skandal war perfekt. Die Lehrer der Hochschule reagierten mit Empörung auf die Eigenmächtigkeit des Gastdozenten. Hundertwasser sah sich daraufhin gezwungen, seine Gastdozentur an der Kunsthochschule Lerchenfeld niederzulegen.

Trotzdem blieb ihm Hamburg positiv im Gedächtnis. Auf die Frage, ob er seit der „Endlosen Linie“ an die Stadt schlechte Erinnerungen habe, antwortete Hundertwasser einmal: „Ich empfinde Hamburg als eine befreundete Stadt, sie ist mir die liebste in Deutschland.“

Angewandte Kunst

Einen weiteren Höhepunkt der Ausstellung bilden Objekte aus Keramik und Porzellan. Gezeigt werden die in den 80-er Jahren bei Rosenthal produzierten Keramikobjekte „Blumenhaus“ und „Spiralental“. Als eines seiner letzten Werke der angewandten Kunst entstand Hundertwassers Porzellan-Kollektion. Präsentiert werden das Kaffee-Service und die Espresso-Tassen-Edition mit den dazugehörigen Tellern und der Kaffeekanne mit Stövchen, aber auch sechs Hundertwasser-Becher „Magic Mugs“, der variabel zusammensetzbare Kerzensäulenleuchter und das „Schnecken-Objekt“.

Ausstellungsort:
Galerie HOMMAGE
Friedensreich-Hundertwasser-Platz 2
29525 Uelzen
Telefon 0581-9487435